Gesunde Lehre ChristiJesus Christus: Solange ich in der Welt
bin, bin ich das Licht der Welt (Joh.9,5)

Kalvinismus

Im Folgenden eine Betrachtung, warum die kalvinistische Lehre den gesunden Worten Jesu widerspricht.

Die 5 Punkte des Kalvinismus.

  1. Völlige Verderbtheit des natürlichen Menschen
  2. Bedingungslose Erwählung
  3. Begrenztes Sühneopfer
  4. Unwiderstehliche Gnade
  5. Bewahrung der Heiligen

Alle 5 Punkte decken sich nicht mit der Schrift 

Zu Punkt 1. Völlige Verderbtheit des natürlichen Menschen, dem jegliche Kraft fehlt, an Gott zu glauben und seine Gesetze zu halten.

Durch den Sündenfall werden alle Menschen mit sündhaften Neigungen geboren. Die kalvinistische Lehre leitet daraus ab, dass der natürliche Mensch aufgrund dieser Sündhaftigkeit weder an Gott glauben, noch der Sünde widerstehen kann. Das widerspricht jedoch dem Worte Gottes, denn es lehrt, dass Gott bereits in Seiner Schöpfung zu erkennen ist, so dass der Mensch seinen Unglauben selbst verantworten muss:

"Denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so dass sie (Menschen) keine Entschuldigung haben.
21. Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie Ihn doch nicht als Gott geehrt und Ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert" (Röm. 1,20;21)

Im Gegenteil zu diesem offenkundigen Irrtum, dass dem Menschen jegliche Kraft fehle an Gott zu Glauben, erwartet Gott den Glauben an Ihn. Ebenfalls geht daraus hervor, dass auch die Übertretungen des Gesetzes der Mensch verantworten muss, denn Gott legte jedem Menschen das Gewissen ins Herz, damit das Halten des Gesetzes möglich sei. Das Wort Gottes zum Gewissen des natürlichen Menschen:

"Wenn nämlich Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur aus tun, was das Gesetz verlangt, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz,
15. da sie ja beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihre Herzen geschrieben ist, was auch ihr Gewissen bezeugt, dazu ihre Überlegungen, die sich untereinander verklagen oder auch entschuldigen" (Röm. 2,14-15)

Manche Anhänger der kalvinistischen Theologie behaupten, hier sei die Rede von den Heidenchristen. Doch das wird durch die soeben zitierten Verse keineswegs bestätigt, denn über diese Heiden ist dort gesagt: "Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur aus tun, was das Gesetz verlangt". Gemeint sind daher einfach Heiden bzw. natürliche Menschen, die durch das einfache Gewissen ohne die Offenbarung Gottes, ohne Seine Lehre oder Gesetz, geführt werden.

Dem natürlichen Menschen ist also ursprünglich die Fähigkeit, an Gott zu glauben, und somit auch sein Gesetz zu halten, gegeben worden. Kein Mensch wird im Gericht Gottes sagen können, er konnte nicht anders - er müsste lügen, stehlen, die Ehe brechen, huren, seinen nächsten übervorteilen - so als ob er bloß ein Spielball der finsteren Mächte wäre und keine Verantwortung trüge. Wenn dies so wäre, so bräuchten Menschen, die sich zu Gott bekehren, auch gar keine Buße zu tun! Warum auch? Er könne doch weder glauben, noch etwas halten! Diese Irrlehre stellt somit den Sünder als frei von Verantwortung und daher als frei von Schuld dar. Wenn aber keine Schuld da ist, so bedürften wir auch keiner Vergebung! Und so würde das Evangelium verdreht und entstellt werden.

Es muss also zur Beurteilung der Verderbtheit des Menschen berücksichtigt werden, dass der Mensch durch den anfänglichen Glauben und sein Gewissen das Gute erkennen und tun konnte. Darum herrscht die Verderbtheit über den Menschen nicht aufgrund seiner Unfähigkeit, sondern weil er nach Gott nicht sucht. Die Verderbtheit bedeutet also nicht, dass dem Menschen jegliches Empfinden und Verstehen Gottes und Seiner Gerechtigkeit, sowie das Handeln danach unmöglich ist. Doch genau das behauptet der Kalvinist, indem Er sich auf folgende Verse beruft:

"Wie nun? Haben wir (Israeliten) etwas voraus? Ganz und gar nicht! Denn wir haben ja vorhin sowohl Juden als Griechen beschuldigt, dass sie alle unter der Sünde sind, 10. wie geschrieben steht: "Es ist keiner gerecht, auch nicht einer;
11. es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt 12. Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer!" (Römer. 3,9-12)

Die Aussage ist hier jedoch, dass obwohl den Juden das Gesetz und den Heiden das Zeugnis Gottes aus der Natur gegeben wurde, beide letztendlich Gott und sein Gebot verlassen haben. Das heißt somit nicht, dass sie dazu nicht im Stande waren, sondern vielmehr, dass sie es aus eigenem Willen vernachlässigt haben. Der anfängliche Glaube und das Gewissen des Menschen erwiesen sich also in dem Sinne als schwach, dass der Mensch unter der Versuchung des Teufels das sündige Gelüste seines Fleisches dem Willen Gottes vorzog.

Nun aber aus Gnade zum Menschen reicht Gott der Welt ein besseres Zeugnis Seiner Selbst dar - in Seinem Sohn. Paulus ringt also darum, klar zu machen, dass ohne die Hoffnung auf Gott, und nun auch auf den auferstandenen Herrn, der Mensch von seiner irdisch-fleischlichen Gesinnung nicht frei werden kann. Aufgrund dieser Gesinnung wird der leichtere Weg des sündigen Fleisches bevorzugt, und der Glaube verworfen, so dass der Mensch ein Sklave des Teufels bleibt. Daher rettet uns auch das Evangelium durch die lebendige Erscheinung des Sohnes Gottes, weil Seine Gerechtigkeit und sein Triumpf über Sünde und Tod in der Auferstehung jedem Gläubigen die Hoffnung des ewigen Lebens schenkt. Das steht jedoch nicht im Widerspruch zu dem, dass dem Menschen bereits seit seiner Erschaffung die Fähigkeit gegebenen wurde, zu glauben und vor Gott Gerechtigkeit zu üben. Denn Gott sagte zu Kain kurz vor dessen Brudermord:

„bist du aber nicht fromm, so ruhet die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie" (1. Mose 4,7)

Der Kalvinist macht hier Gott zum Lügner und behauptet: „Kain konnte es gar nicht - er war nicht fähig dazu". Nein, Kain konnte es, er wollte es bloß nicht. So kann auch der Mensch an das Evangelium glauben, denn es steht geschrieben: "...Wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden" (Markus 16,16). Darum ist die absolute Verderbtheit, wie sie die Kalvinisten verstehen, falsch.

Zu Punkt 2. Bedingungslose Erwählung - Gott verstockt und begnadigt unabhängig vom Herzen des Menschen.

Dabei wird ganz oft der Römerbrief 9,14-23 zitiert und behauptet: Gott habe Menschen - im geistlichen Sinne Gefäße - zur Verstockung oder zur Begnadigung auserwählt ohne hierfür irgendeinen Grund im Menschen selbst zu haben. Jedoch lässt sich schon im Falle des Pharao klar erkennen, dass Gott ihn nicht grundlos für diese Rolle bestimmt hat, wie die Befürworter der bedingungslosen Erwählung meinen. Die Verstockung Pharaos war die Vergeltung Gottes für die Bosheit seiner Herrschaft über die Israeliten sowie seine eigenen Knechte. Denn dazu ließ Gott diese Bosheit sich zuvor auch entfalten. Genauso verhält es sich auch mit den Völkern, die das Israel verheißene Land früher bewohnten. Gott erlaubte den Israeliten nicht sie zu bekriegen, solange diese Völker das Maß ihrer Sünde nicht erfüllt hatten. Dieselbe Verstockung wiederfuhr letztendlich auch Israel:

"Gott hat ihnen einen Geist der Betäubung gegeben, Augen, dass sie nicht sehen, und Ohren, dass sie nicht hören..." (Röm. 11,8)  

Warum? Weil auch sie das Maß des Ungehorsams erfüllt haben, als sie den Messias verstießen. So beweist also die gesamte biblische Geschichte, dass Gott nicht einfach willkürlich verstockt oder begnadigt. Ungeachtet dessen, widersprechen die Kalvinisten weiterhin mit der höher angeführten Stelle aus Röm. 9,14-23 und verweisen auf das allmächtige Handeln Gottes, wie z.B. im folgenden Vers:

"16. So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gott, der sich erbarmt. 18. So erbarmt Er sich nun, wessen Er will, und verstockt, wen Er will" (Röm. 9,16;18)

Hier ist jedoch ebenso ein „Ursache-Folge-Handeln" Gottes und kein grundloses Vorherbestimmen gemeint. Denn das Herz des Menschen, zu welchen Zeiten er auch immer gelebt hatte, ist immer auch ein Ergebnis der Sitten der jeweiligen Zeit, sowie seines eigenen Volkes. Jedes Volk bewegt sich aber in Bezug auf die Gerechtigkeit vor Gott entweder aufwärts oder abwärts - hier gibt es keinen Stillstand. So gibt Gott die einen je nach Erfüllen des Maßes ihrer Sünde der Verstockung preis, die anderen führt Er aber zur Begnadigung. Und so mancher möchte vielleicht auch Gott gefallen, doch nach seinem Gutdünken ohne dabei sein Herz im Lichte der Wahrheit Gottes zu beurteilen und zu heiligen, weswegen er auch den Grund seiner Ferne zu Gott nicht erkennt.  Wir können es aber aus unserer begrenzten Sicht nicht verstehen, da wir das Herz des Menschen nicht sehen und einen Gesamtüberblick über die Vorgeschichte seiner Vorfahren und seines Volkes nicht gewinnen können. Darum steht zu recht geschrieben: "Ja, o Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst? Spricht auch das Gebilde zu seinem Bildner: Warum hast du mich so gemacht?" (Röm. 9,20). Der Mensch soll also nicht über Gottes Vorsehung richten. Gott weiß wie jedem Menschen vergolten werden soll - mit Verstockung oder mit Gnade - aufgrund des Herzens. Denn wenn Gott unsere Herzen sieht und beurteilt, so kann auch sein Erbarmen über das Ihm wohlgefällige Herz nur gerecht und niemals willkürlich sein. Die Bekehrung des Kornelius in der Apostelgeschichte, über die Petrus sprach, zeigt es deutlich:
 
"Nun erfahre ich in Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansieht 35. sondern in jedem Volk, wer Ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt, der ist Ihm angenehm" (Apg. 10,34-35)

Gottes Wille ist daher allmächtig, aber auch immer gerechtfertigt. Auch wenn das Menschenherz bereits im Mutterleibe durch Gott erkannt werden kann, wie es mit den Brüdern Jakob und Esau geschehen ist (Röm.9,10-12), ändert dies nichts daran, dass letztendlich der Mensch an seiner Verstockung schuld ist und nicht Gott, denn Gottes Gerechtigkeit kann niemanden grundlos verstocken oder begnadigen.

Gegen die bedingungslose Erwählung sprechen selbst die von den Kalvinisten bevorzugten Verse:

"Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern" (Röm.8,29)

Ganz und gar augenfällig ist hier, dass der Vorherbestimmung, sprich der Erwählung, die Ersehung vorausgeht. Das heißt, von der bedingungslosen Erwählung kann gar keine Rede sein, weil das Herz des Menschen vor der Erwählung oder Vorherbestimmung von Gott erst ersehen werden muss. Dem entgegnen jedoch die Kalvinisten: "Wenn die Erwählung aufgrund des Herzens erfolgt, dann sei dem Menschen Ruhm und nicht Gott. Demzufolge würde sich der Mensch rühmen, obwohl doch in Eph. 2,8-9 geschrieben steht, dass niemand sich rühme:

"Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, 9. nicht aus den Werken, auf daß sich nicht jemand rühme"

Doch der aufrichtig Glaubende wird auch ohne Rückgriff auf die kalvinistische Theologie nicht ins Rühmen fallen. Denn wer kann sich schon rühmen? Die Bibel beweist, dass alle unter der Sünde sind (Röm.3,9). Auch die Gläubigen waren unter ihr vor ihrer Bekehrung. Der Edlere mit dem Unedleren - der Teufel hat sie alle aufgrund ihres sündhaften Wesens verführen und blenden können. Daher muss die Gnade ihnen allen aufhelfen, wie geschrieben steht:

"Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen" (1.Pet. 2,25)

Aus diesem Grund kann sich grundsätzlich niemand rühmen! Doch, dass bedeutet überhaupt noch nicht, dass da nichts im Wesen dieser Schafe sei, wofür sie Gott ausersehe und auserwähle. "Verirrt sein"  heißt ja noch überhaupt nicht, völlig unfähig zum Glauben und zum Gehorsam zu sein, wie es der Kalvinist darstellt. So geht die Auswahl der Menschen Gottes aufgrund ihres Herzens wie ein roter Faden durch die Heilige Schrift. Da begegnet uns z.B. Henoch:

"Und Henoch wandelte mit Gott und war nicht mehr, weil Gott ihn zu sich genommen hatte" (1.Mo. 5,24)

Dann Noah: "Dies ist die Geschichte Noahs: Noah, ein gerechter Mann, war untadelig unter seinen Zeitgenossen; mit Gott wandelte Noah" (1.Mo. 6,9)

Dann Abraham: "Und Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit" (1.Mo. 15,6), ebenso auch: "weil Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen und meine Rechte, meine Gebote, meine Sitten und meine Gesetze gehalten hat" (1.Mo. 26,5)

Des Weiteren auch der König David, über den Gott spricht: "Ich habe gefunden David, den Sohn Jesse's, einen Mann nach meinem Herzen, der soll tun allen meinen Willen" (Apg. 13,22)

Berichtet die Schrift je über irgendeinen von ihnen in folgender kalvinistischer Art und Weise: Weder hatte Abraham Vertrauen zu Gott, noch suchte er nach seiner Gerechtigkeit, da ergriff ihn Gott und machte ihn zu seinem Freund? Auch wenn diese alle sich ebenso nicht rühmen können, weil auch sie nur durch Glauben und Hoffnung auf Gott zur Vollkommenheit gelangten, kann ihre Erwählung dennoch, wie wir sehen, nicht zufällig oder willkürlich geschehen sein. Aus diesen Gründen ist das Gottesbild der Kalvinisten verzerrt. Denn es steht auch geschrieben: 

"In einem großen Haus aber sind nicht allein goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und etliche zur Ehre, etliche aber zur Unehre.
21. Wenn nun jemand sich von solchen (Sinnverdrehungen, Irrlehren u.s.w)  reinigt, der wird ein Gefäß zur Ehre sein..." (2.Tim.2,20-21) 

Diese Verse zeigen somit ebenso, dass es auch vom Menschen abhängt, was für ein Gefäß er ist!

Zu Punkt 3. Begrenztes Sühneopfer - Jesus Christus starb nur für die Seinen.

Der Kalvinismus widerspricht der gesunden Lehre, indem er behauptet, die Erwählung zum Heil eines jeden Gläubigen sei schon vor Grundlegung der Welt geschehen. Im Kern gleicht dies einer Vorprogrammierung jeder Seele im Voraus - der einen zum Heil, der anderen zur Verdammnis. Denn auch die einfache Prädestination - nur Vorprogrammierung der Seelen zur Errettung - führt in der Konsequenz zur doppelten Prädestination, weil die Auserwählung einiger zum Leben automatisch die Verwerfung anderer bedeutet. Sonst ist die unbedingte Auserwählung nicht wahr. Wenn also, gemäß dieser Lehre, alle Erretteten schon vor Grundlegung der Welt persönlich auserwählt wurden, warum heißt es denn:

"...unserem Retter, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen" (1.Tim.2,3-4)

Und auch: "Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall, Buße zu tun" (Apg.17,30)

Widerspricht sich Gott selbst? Niemals. Der vermeintliche Wiederspruch löst sich von selbst, wenn wir die Verse über unsere vorzeitige Erwählung, mit welchen sich die Kalvinisten so entschieden verteidigen, richtig verstehen. So spricht z.B. Eph. 1,4:  "wie Er uns in Ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt..." nicht von der Erwählung eines jeden von uns persönlich vor Grundlegung der Welt, sondern allgemein als des ganzen Volkes Gottes in Christus. Gott hat vor Grundlegung der Welt Christus als den Erlöser bestimmt und vorhergesehen, dass eine gläubige Menschenschar Ihm nachfolgen wird. Diese Aussage muss also als ein prophetischer Hinweis auf das gesamte gläubige Volk verstanden werden. Ihre Erfüllung geschieht jedoch erst mit der Erscheinung Jesu Christi, weil Gott seine Kinder einzeln erst in Christus auserwählt, indem Er sie durch Seinen Heiligen Geist mit der Gnade beruft:

"Denn es ist erschienen die heilbringende Gnade allen Menschen" (Titus 2,11)

Darum ist die Gnade auch eine Errettung, die nicht bloß wenigen, sondern allen angeboten wird. Denn Gnade ist nur dann eine Gnade, wenn Menschen begnadigt werden. Wenn aber die Erretteten bei Gott schon vor der Erschaffung der Welt als solche feststanden, so ist es auch keine Gnade mehr. Selbst Paulus wurde von Mutterleibe an, und nicht vor Grundlegung der Welt, auserwählt:

"...Gott, der mich vom Mutterleibe an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat" (Galater 1,15)

Wenn Paulus, Gottes auserwähltes Gefäß, vom Mutterleibe an auserwählt worden ist, umso weniger ist unsere Erwählung vor Grundlegung der Welt getroffen worden. Denn, je weiter im Voraus jemand erwählt wird, desto größer ist seine Aufgabe vor Gott. Des Weiteren, wie höher schon betrachtet wurde, muss das Herz des Menschen vor der Auserwählung erst noch von Gott ersehen werden:

"Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt..." (Röm. 8,29).

Demzufolge kann unsere Erwählung niemals willkürlich vorprogrammiert gewesen sein, weil Gott sie zuvor durch das Ersehen unseres Herzens bestimmt.

  • So gibt es Menschen, die vom Mutterleibe an ausersehen sind, z.B. Johannes der Täufer, Apostel Paulus, König David.
  • Und Ausersehene, die im Nachhinein, im Laufe ihres Lebens, ersehen werden.

Zu Punkt 4. Unwiderstehliche Gnade - Der Mensch kann für seine Errettung nichts beitragen. Sie wird von Gott allein bewirkt.

Da nun der Kalvinist von der Unfähigkeit des Menschen zu glauben sowie von dessen bedingungsloser Erwählung ausgeht, bestreitet er folgerichtig auch das Mitwirken des menschlichen Willens bei der Bekehrung zu Gott. Es wird behauptet, dass Gott den Menschen selbst in den Zustand des Glaubens führen müsse, weil der Mensch geistlich vollkommen tot sei und keinerlei Willen besitze, um Gott zu gefallen. Hierzu wird in der Regel auf folgende Verse verwiesen:

"Und auch euch, da ihr tot waret durch Übertretungen und Sünden, 2. in welchen ihr weiland gewandelt habt nach dem Lauf dieser Welt und nach dem Fürsten, der in der Luft herrscht, nämlich nach dem Geist, der zu dieser Zeit sein Werk hat in den Kindern des Ungehorsams... 4. Aber Gott, der da reich ist an Barmherzigkeit, durch seine große Liebe, damit er uns geliebt hat, 5. da wir tot waren in den Sünden, hat er uns samt Christo lebendig gemacht (denn aus Gnade seid ihr selig geworden)" (Eph.2,1-5)

Der Kalvinist behauptet beim Deuten dieser Verse, "da wir tot waren" bedeute "da wir an sich unfähig und ohne freien Willen sind" zwischen Gott und der Finsternis zu wählen. Demzufolge müsse Gott diese willenlose "Leiche", sprich den Menschen, zuvor lebendig machen, also ihr den Glauben und die Wiedergeburt, somit auch den Heiligen Geist, verleihen. Erst dann ist der Mensch in der Lage sich zu bekehren und Buße zu tun. Doch, ist das die gesunde Lehre Jesu Christi? Lehrte Er das diejenigen, die Ihn nach der Errettung fragten?:

"...Was sollen wir tun, daß wir Gottes Werke wirken? 29. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat" (Joh. 6,28-29)

Jesus Christus sucht also den Glauben in geistlichen "Leichen"? Und belohnt sie dann auch noch dafür? So sagte Er dem Hauptmann: "Wahrlich ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden!" (Mt.8,10), ebenso dem kanaanäischen Weib: "Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselben Stunde" (Mt.15,28)

Ist es nicht leichter zu erkennen, dass es ein Irrtum ist, den Menschen als geistlich völlig tot einzustufen? Denn wenn aus ihm nichts in Bezug auf Glauben und Bekehrung zu kommen vermag, wozu gilt dann der Aufruf zu glauben und Jesus Christus nachzufolgen?

"...Tut Buße und glaubt an das Evangelium!" (Mk.1,15)
"...Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben" (Jo.8,12)

Ja, wozu wird dann der Mensch auch noch gerichtet? Wie geschrieben steht:

"...wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes" (Jo.3,18)

Die Falschheit der kalvinistischen Lehre hinsichtlich der Unfähigkeit des Menschen zum Glauben, sowie dass er keinen freien Willen besitzt, ist daher offenkundig. Demzufolge vermitteln die Worte "Gott hat uns samt Christo lebendig gemacht" nicht die "Belebung einer untätigen Leiche", sondern unsere Belebung aufgrund der Erscheinung Gottes in Christus, die uns verhilft Gott besser zu erkennen als in den vorherigen Zeiten, und somit erst recht an Ihn zu glauben. Gleichermaßen zeugen auch die Aussagen "...euch, da ihr tot waret durch Übertretungen und Sünden" (Eph.2,1), sowie z.B. auch "Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht" (Jo,8,34), nicht von der Unfähigkeit in Bezug auf Glauben und Bekehrung, sondern drücken einfach den Zustand der Verirrung des Menschen in die Finsternis aus, in die er sich einfangen ließ und verharrt nicht ohne eigenen Willen. Denn auch wenn der Mensch infolge dieses Getrenntseins von Gott teils unbewusst sündigt, ist er dennoch schuld, weil er ja nach Gott und seiner Wahrheit suchen könnte, um gerechtfertigt zu werden.

 Angefangen mit dem Sündenfall im Garten Eden, wo Adam und Eva bewusst das Gebot Gottes übertraten, und fortgesetzt mit ihren Nachkommen, lässt sich klar ersehen, dass die Sünde über den Menschen immer auch aus seiner Zustimmung heraus geherrscht hat. Oder sprach Gott etwa über das spätere große Verderben der Menschen vor der Sintflut: "Der Mensch ist geistlich vollkommen tot und kann der Sünde nicht wiederstehen, warum sollte es mich aufregen?" Nein. Es steht geschrieben:

"Da aber der HERR sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, 6. da reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen"

Sagte Gott etwa über Ham, als dieser seinen Vater verhöhnte: "Warum sollte ich Ham verfluchen - er ist doch schwach und vermag nichts gegen die Sünde?". Nichts Derartiges lesen wir. Gleichermaßen richtete Gott auch an Israel nie folgende Worte: "Was soll ich denn von euch verlangen - ihr seid doch völlig tot und kraftlos irgendein Gebot zu halten?". Im Gegenteil, Gott forderte das Halten seiner Gebote, und suchte heim für den Ungehorsam. Hat Gott die Israeliten belügen wollen? Keinesfalls. Dementsprechend sagt auch das NT, dass der Mensch aus eigenem Willen und eigener Schuld den Glauben an den Sohn Gottes ablehnt:

"Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse. 20. Wer Arges tut, der haßt das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden" (Jo.3,19-20)

Obgleich manche hier auch einwenden: "Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, daß ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat" (Jo.6,44), bedeutet dies nicht, dass Gott daran schuld ist. Dieser Vers zeigt lediglich, wie höher schon betrachtet, dass die Herzen noch vor der Berührung mit dem Glauben durch Gott geprüft werden. Die Wohlgefälligen unter ihnen werden hiernach durch den Ruf des Glaubens angezogen, die anderen aber abgelehnt, weil sie nicht das suchen, was Gott gefällt. Die Ursache ist also immer im Menschen selbst zu finden!

Wie können wir somit von der Unfähigkeit in Bezug auf die Bekehrung sprechen? Wenn hiergegen dennoch auf das "sündige Fleisch" verwiesen wird, als ob darin die vollkommene geistliche Ohnmacht begründet sei, wie es die Kalvinisten tun, so führt es im Endeffekt zur Rechtfertigung jeder Sünde. Genau das macht die eigentliche satanische Verführung des Kalvinismus aus. Ähnlicher Natur sind auch die ständigen Beteuerungen der kalvinistischen Theologen angesichts der Verdorbenheit des Menschen: "Er ist so verdorben, dass da nichts gebessert werden kann - sprechen sie - ihm blüht nur das Gericht". Fazit: Wozu denn noch der Kampf gegen die Sünde?! Wir haben jedoch bereits nachgewiesen, dass der Mensch durch den Glauben über sein sündiges Fleisch herrschen kann, denn allein aufgrund dieses von Adam und Eva geerbten Fleisches richtet Gott ja noch niemand. Die Verurteilung des Menschen erfolgt bei der Entfaltung seiner sündigen Natur in den Absichten und Taten:

"Sondern ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird. 15. Darnach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert sie den Tod" (Jak.1,14-15)

Demzufolge ist die unsinnige Behauptung der Kalvinisten, dass der Glaube und die Buße erst nach der geistlichen Neugeburt des Menschen möglich sind, widerlegt. Nein, der Glaube und die Buße gehen der geistlichen Neugeburt voraus. Entscheidend hierfür ist ein Gott vertrauendes und bußfertiges Herz, das entschieden ist für die Annahme Seines Willens. Auf der Grundlage eines solchen Glaubens schenkt Gott dem Menschen auch die geistliche Wiedergeburt (Joh.3,3-8) - die Versiegelung mit dem Heiligen Geist.

Über die Rechtfertigung des Menschen 

Daraus ergibt sich, dass auch an der Rechtfertigung vor Gott, von der die Kalvinisten behaupten, sie werde allein von Gott vollbracht, der Mensch selbst beteiligt ist. Aber natürlich, wenn man sich den Menschen geistlich vollkommen tot und unabwendbar verurteilt vorstellt, so hätte er tatsächlich nichts zu seiner Rechtfertigung beitragen können. Weil also Christen kalvinistischer Prägung mit Verweis auf Röm. 5,16 u. Röm. 6,23 von der unumkehrbaren Verurteilung ausgehen - sprich, dass Gott für jedwede Sünde unbedingt verurteilt - so meinen sie, Gott habe seinen Sohn an unserer Stelle verurteilen und töten müssen, um uns nicht zu richten. Denn gemäß dieser Logik muss Gott ja irgendwem für die Sünde vergelten. Das soll dann auch unsere Rechtfertigung bedeuten. Doch das ist eine völlige Verdrehung der Gerechtigkeit und des Gerichtes Gottes. Nein, Gott selbst hat Christus weder getötet noch verurteilt, sondern Er hat Ihn hingegeben. Das heißt, Gott ließ das Geschehen seiner Ermordung zu. Und Gott gab Ihn hin nicht an unserer Stelle, sondern für uns. In der Heiligen Schrift steht nirgendwo geschrieben, dass Er an unserer Stelle hingegeben wurde. Denn hätte Gott Seinen Sohn hingegeben an unserer Stelle, so würde Er hinfort gar niemanden mehr richten, weil dann ja alles Gericht anstatt an uns an seinem Sohne vollzogen sein würde. Genau das ist auch die Denkweise kalvinistisch geprägter Menschen. Jedoch wissen wir, dass Gott die Welt richten wird. Als Einwand hiergegen - sprich, Gott habe doch seinen Sohn verurteilt und getötet - wird häufig Jesaja angeführt:

"Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt" (Jes. 53,5)

Und: "Aber dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden" (Jes. 53,10)

Jedoch dürfen hier die "Strafe" und das "Zerschlagen" nicht im direkten Sinne als von Gott selbst ausgehend verstanden werden. Denn bereits der vorherige Vers würde einen solchen Gedanken widerlegen:

"Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre" (Jes. 53,4)   

Die Aussage ist also, dass die Menschen in ihrem Unglauben gedacht haben, Gott habe Ihn zerschlagen. In Wirklichkeit ließ Gott dem Bösen durch die menschliche Hand freien Lauf, so dass Christus getötet wurde, damit dem Menschen anschließend auch die Erlösung zu teil würde. Darum sagt auch der Prophet: "Er ließ Ihn leiden" - Gott marterte also nicht selbst, sondern gab Ihn hierzu preis. Aber auf welche Weise wird nun dem Menschen durch den Tod Jesu Christi die Erlösung zuteil?

Der Tod Jesu Christi führt den Menschen zur Erkenntnis seiner tiefen Sündhaftigkeit - er tötete Christus. Da der Herr jedoch auferstanden ist, führt es ihn auch zur Buße und damit zur Rechtfertigung und zur Erlösung.

"Denn was dem Gesetz unmöglich war (sintemal es durch das Fleisch geschwächt ward), das tat Gott und sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündlichen Fleisches und der Sünde halben und verdammte die Sünde im Fleisch, 4. auf daß die Gerechtigkeit, vom Gesetz erfordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geist" (Röm. 8,3-4)

Des Weiteren erlöst uns Gott und verhilft uns bei unserer Rechtfertigung, weil Er durch den Tod Christi den Satan zerschlagen hat. Denn durch seine Auferstehung ist allen, die Ihn im Glauben als den Herrn aufnehmen, der Weg in den Himmel aufgetan worden. Der Teufel aber, der sie vor Gott mit seiner Anklage hinderte, wurde von dort hinausgeworfen:

"Jetzt geht das Gericht über die Welt; nun wird der Fürst dieser Welt ausgestoßen werden. 32. Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich sie alle zu mir ziehen" (Joh.12,31-32) 

"Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er dessen gleichermaßen teilhaftig geworden, auf daß er durch den Tod die Macht nehme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist dem Teufel, 15. und erlöste die, so durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mußten" (Hebr.2,14-15)

Denn als sich der Teufel an dem Leben Jesu vergriffen hat, auf das er kraft der Sündlosigkeit Christi kein Anrecht hatte, hat er die Nichtigkeit seiner Anklage sowie seine ganze Ungerechtigkeit unter Beweis gestellt, weswegen er auch das Recht verlor, im Himmel vor Gott treten zu dürfen. Da sich der Mensch gegenüber dem Gesetz nie voll zu rechtfertigen vermag, hat der Satan dies in seiner Anklage ausgenutzt, um anschließend den unter Schuld stehenden Menschen für sich einfordern zu können. So überwand er den Menschen aufgrund dessen sündhaften Fleisches, indem er ihn einerseits verführt und andererseits seine Verurteilung eingeklagt hat, auf dass der Mensch in der Ewigkeit von Gott entrissen werde. Genau darin liegt auch die Schwäche des Menschen, und nicht in der Unfähigkeit zu glauben und Gott wohlzugefallen. Darum verhilft Gott dem Menschen bei seiner Rechtfertigung, indem Er den Teufel aus dem Himmel hinausstößt, und somit die Möglichkeit der Vergebung aller Sünden eröffnet. Ferner ist ja selbst der Triumpf der Auferstehung über die Macht des Satans in der Welt wiederum eine Hilfe zur Rechtfertigung - sprich zur Bekehrung des Menschen zu Gott durch den Auferstandenen. In all dem besteht somit der Sinn der Worte vom "Laden unserer Sünde auf Christus" und "seinem Leiden um unserer Gesetzlosigkeit willen", wie es der Prophet Jesaja sagt, was im übertragenen Sinne auch "Strafe" bedeutet, auf dass wir Frieden hätten mit Gott.       

Aus diesem Grunde wird die Rechtfertigung des Menschen nicht anstelle desselben durch Gott vollbracht, wie es die kalvinistische Theologie lehrt, sondern, indem Gott dem Menschen beim Rechtfertigen hilft. Darum sprechen auch die Stellen, die sich auf unsere Rechtfertigung beziehen, nicht vom allein und unabhängig vom Menschen handelnden Gott, sondern vom Zusammenwirken Gottes mit dem Menschen, z.B.:

 "Ihn, der um unserer Übertretungen willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt worden ist" (Röm.4,25)

Das heißt, Christus ist auferweckt, damit wir uns durch Glauben und Bekehrung rechtfertigen können.

Ebenso: "Wieviel mehr werden wir nun, nachdem wir durch sein Blut gerechtfertigt worden sind, durch ihn vor dem Zorngericht errettet werden" (Röm.5,9) 

Gemeint ist wiederum kein "kalvinistischer Automatismus" wie: "Das Blut ist vergossen - Gott hat Christus anstelle des Menschen bestraft, so dass der Mensch dadurch bereits gerechtfertigt worden ist". Nein, "durch sein Blut gerechtfertigt worden" bedeutet, dass Christus sich selbst um unseretwillen aufopfert, damit er uns anschließend in der Buße auch vergebe. 

Gleicherweise auch: "Also: wie der Sündenfall des einen zur Verurteilung aller Menschen führte, so führt auch das gerechte Tun des Einen alle Menschen zur lebenbringenden Rechtfertigung" (Röm.5,18)

Umso mehr wird auch hier klar, dass gerade von einer Rechtfertigung durch Besinnung und Bekehrung zum Gauben die Rede ist. Das heißt also, dass die Rechtfertigung lediglich allen angeboten, aber nicht automatisch gutgeschrieben wird, denn sonst wären ja alle gerechtfertigt!

An dieser Stelle greifen die Kalvinisten oft auf ihre frühere Behauptung zurück: Die Rechtfertigung kann nicht vom Menschen abhängen, "Denn der Tod ist der Sünde Sold" (Röm.6,23). Der Mensch soll also schon hoffnungslos verurteilt sein, weswegen ihn auch nur ein anderer rechtfertigen könne. Doch die Wiedersprechenden verwechseln hier das Gericht nach dem Gesetz Mose mit dem Gericht Gottes in Ewigkeit. So wurde der Mensch nach Mose für bestimmte Sünden zum Tode verurteilt. Das Gericht in Ewigkeit wird jedoch auf Grundlage des gesamten Herzens vollzogen. Das bedeutet, dass ein Mensch, der sich vom ganzen Herzen zu Gott gewandt und Buße getan hat, auch wenn er durch´s Gesetz Mose verurteilt wurde, im ewigen Gericht gerechtfertigt ist. Denn Gott ist dem, der vom ganzen Herzen nach ihm sucht, schon immer bereit zu vergeben gewesen:

"Wo sich aber der Gottlose bekehrt von allen seinen Sünden, die er getan hat, und hält alle meine Rechte und tut recht und wohl, so soll er leben und nicht sterben. 22. Es soll aller seiner Übertretung, so er begangen hat, nicht gedacht werden; sondern er soll leben um der Gerechtigkeit willen, die er tut" (Hes.18,21-22)

Als nun das AT vom NT abgelöst wurde, so wurde auch das Gericht, sprich das Verurteilen, nach dem Gesetz Mose aufgehoben. Denn das Gericht des Neuen Testamentes ist anderer Natur - es ist derselben Natur wie das ewige Gericht -, weil Gott hiermit das gesamte Herz beurteilt, indem geprüft wird, wer vom ganzen Herzen glaubt und Jesus Christus nachfolgt. Das heißt, hier gibt es keine unumkehrbare und sofortige Verurteilung für einzelne Sünden, wie es im AT war, sondern jedes unbußfertige Herz häuft sich den Zorn Gottes in der Ewigkeit auf (Röm.2,5). Demzufolge spricht auch das Zitat "Denn der Tod ist der Sünde Sold" (Röm.6,23), nicht davon, dass jeder, jemals in der Vergangenheit sündigende, bereits hoffnungslos verurteilt ist. Sondern es spricht von der Verurteilung des Unbußfertigen in der Ewigkeit als Ergebnis seines ganzen Lebens, was auch aus dem Zusammenhang des gesamten Kapitels ersichtlich ist. Darum verlor ja auch der Teufel das Recht, die Verurteilung des Menschen aufgrund seiner Werke vor Gott einzuklagen, damit der Mensch aufgrund seines Herzens gerechtfertigt werden kann, indem er durch den Glauben Vergebung bekommt.

Nun kann jemand vielleicht einwenden: Wo bleibt denn die Gerechtigkeit Gottes und das Gericht für die Sünde? Und hat Gott etwa vor Christus nach Vorlage einer Anklage gerichtet? Antwort: Gott richtete mit Rücksicht auf die Wahrhaftigkeit der Anklage, denn gemäß seiner Gerechtigkeit, hält Gott auch sein dem Teufel gegebenes Versprechen. Denn wenn Gott ihn einst mit großen Vollmachten ausgestattet hat, indem Er ihn als einen "deckenden Cherub", also als einen Beschützer, sprich Fürsprecher, einsetzte (Hes.28,14), so hat der Teufel gerade deswegen nicht gleich seine Stellung verloren, obwohl er sie für die Gesetzlosigkeit und die Anklage missbrauchte. Doch es kam die Zeit und der Ankläger wurde im Einklang mit Recht und Gesetz gestürzt. Genauso wird früher oder später jede Sünde und Unwahrheit verurteilt werden. Jedoch wünscht Gott dem Sünder keine Verurteilung, denn das Wesen seiner Gerechtigkeit ist auch Barmherzigkeit. Darum, bevor die Verurteilung erfolgen soll, hat Gott dem Menschen die Gnade in Christus dargereicht, damit für ihn die Möglichkeit zur Buße und Bekehrung bestünde. Danach wäre auch die Verurteilung vollkommen gerechtfertigt. Und wenn auch das Herz des Gläubigen Gott zwar insgesamt wohlgefällt, aber in manchem abweicht, so werden diese Werke in der Ewigkeit ebenfalls verbrennen, er aber selbst wird wie durch´s Feuer errettet werden und Schaden leiden (1.Kor. 3,12-15). Das heißt, dem gerechten Gericht Gottes wird keine Sünde entgehen, aber Er lässt zuerst alles bis zur Vollendung ausreifen. Aus diesem Grund ist sein Gericht nicht das, was die Kalvinisten darunter verstehen - als ob es eine sofortige Vergeltung für jedes einzelne Vergehen fordere, so als müsse Gott im Gegenzug unbedingt das Blut irgendeines Opfers sehen. Das ist ein Denken mit den Maßstäben des AT. In der damaligen Zeit sind die Opfer notwendig gewesen, damit die Anklage des Gegners erlösche und der Mensch erlöst würde von seiner Macht. Heute ist uns aber durch das Opfer Jesu Christi eine ewige Erlösung gegeben - die Himmel sind gereinigt vom Teufel und seiner Anklage (Offb.12,9-10; Hebr.9,22-24). Jedoch bedeutet dies nicht, dass die Sünde bei Gott unbeachtet und die Rechtfertigung dem Menschen bereits gutgeschrieben ist - hierfür muss der Mensch zu Glauben und Buße finden. 

Im Folgeschluss ergibt sich ebenso, dass die kalvinistische Theologie eine wirkliche Vergebung Gottes leugnet. Denn im Kern dieser Theologie vergibt Gott ja nicht, sondern überträgt lediglich die Vergeltung, bzw. Strafe, auf jemand anders. Das heißt, in der Wurzel liegt immer die Vergeltung, eine Vergebung aber als solche gibt es gar nicht! So verleugnen die Anhänger der kalvinistischen Theologie unbewusst auch die Barmherzigkeit Gottes, die doch untrennbar zu seinem Wesen gehört, und eine grundlegende Wahrheit der Heiligen Schrift ist. 


  Über die Errettung des Menschen insgesamt.

Wenn also die Rechtfertigung, der Glaube und die Bekehrung nicht allein das Werk Gottes, sondern auch das des Menschen ist, so muss dasselbe auch über die Errettung insgesamt gesagt werden. Davon zeugen viele andere Schriftstellen:

"Irrt euch nicht! Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. 8. Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten" (Gal.6,7-8)

"In den Geist säen" bedeutet, auf den Herrn zu hoffen und zu vertrauen, wandelnd im Gehorsam und im Dienst vor Ihm.
"Auf´s Fleisch säen" bedeutet, weltlichen Dingen nachzulaufen und die Hoffnung samt dem Gehorsam Gott gegenüber zu verwerfen.

Da jedoch die Kalvinisten leugnen, dass die Errettung auch vom Menschen abhängt, deuten sie die Worte anders. "Auf´s Fleisch säen" heißt bei ihnen - aus sich selbst heraus, aus eigener Kraft, etwas zu tun. In der Konsequenz heißt das, dass unsere Bekehrung, und dann auch unser Gehorsam, alleine durch Gott - ohne unser Mitwirken - auf eine mystische Art und Weise bewirkt werden soll. Diese Deutung ist darum falsch, weil der nachfolgende Wandel in der Wahrheit eine Anforderung Gottes auch an den Gläubigen selbst ist: "Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden" (Offenb. 3,5). Wird hier etwa der dem Gläubigen innewohnende Heilige Geist aufgefordert zu überwinden? Genau das ergibt ja am Ende die Lehre Kalvins! Nein, dies gilt dem unter der Führung des Heiligen Geistes stehenden Menschen selbst. Entsprechend lehrt auch der Herr Jesus, dass unser Fleiß und Ringen zu unserer Errettung hinzugetan werden müssen:

"Das Gesetz und die Propheten weissagen bis auf Johannes; und von der Zeit wird das Reich Gottes durchs Evangelium gepredigt, und jedermann dringt mit Gewalt hinein" (Lk. 16,16) 

Ebenso: "Durch eure Geduld gewinnet eure Seelen!" (Lk. 21,19)
Sowie auch: "Ringet darnach, daß ihr durch die enge Pforte eingehet; denn viele werden, das sage ich euch, darnach trachten, wie sie hineinkommen, und werden's nicht tun können" (Lk. 13,24)

Weil aber die Kalvinisten stur von einer Errettung, die vom Menschen unabhängig geschehen soll, ausgehen, kommen sie unweigerlich zum Dogma der "unwiderstehlichen Gnade". Denn wie kann das, was bereits ohne meine Beteiligung entschieden ist, abgelehnt werden? Kann etwa die Erwählung und Rechtfertigung dessen, der nicht im Besitz eines freien Willens ist, rückgängig gemacht werden? Demzufolge wird behauptet, dass der Wille Gottes sich dermaßen des Menschen bemächtigt, dass dieser ihm nicht zu wiederstehen vermag. Doch die Schrift spricht lediglich von einer engen Bindung zwischen dem Geist Gottes und dem des Menschen (1.Kor.6,17), also wiederum vom Zusammenwirken:
"Die Gnade unsers HERRN Jesu Christi sei mit eurem Geist, liebe Brüder! Amen" (Gal.6,18). Somit kann auch beim Gläubigen vom Nichtvorhandensein bzw. einem Auflösen des freien Willens keine Rede sein. Dies bezeugen auch die häufigen Warnungen und Appelle Gottes in seinem Wort, die ja gerade an den Gläubigen ergehen, und somit dessen freien Willen voraussetzen. Damit wird die kalvinistische Lehre ebenso wiederlegt.

Die Bestätigung hierfür findet man auch in der Verschiedenheit der Konfessionen. In diesen Konfessionen sind durchaus echte Christen zu finden. Warum sind diese nicht eines Geistes? Weil Gott die Gläubigen auch eigene Wege gehen lässt, damit sichtbar wird, wer aus Liebe zu Ihm aufrichtig und freiwillig in allem gehorcht. Ein Kind Gottes hat sich daher immer wieder in verschiedenen Lebensumständen für Gott, und nicht für die Welt, zu entscheiden. Jesus Christus lehrt: „wer aber sein Leben verliert um meinetwegen, wird es finden" (Mt. 16,25). Hiermit möchte Er uns ermutigen aus freier Herzensentscheidung Ihm nachzufolgen. Die Kalvinisten wenden hierzu ein, Gott allein bewirke das Wollen und Vollbringen:

"Denn Gott ist's der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen" (Phil. 2,13)  

Ja, Gott bewirkt es in uns, aber eben nach seinem Wohlgefallen und daher in dem Herz, das den Willen und Eifer in der Nachfolge beibehält. Das sagt uns deutlich der Vers davor, Vers 12. Wenn man nun beide Verse der Reihe nach ließt, so ergibt sich einmal mehr die Errettung aus dem Zusammenwirken zwischen Gott und Mensch:

"12 ...schaffet, daß ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern"
"13 Denn Gott ist's der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen"

Ebenso wird entgegengestellt:

"Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch - Gottes Gabe ist es; 9. nicht aus Werken..." (Eph. 2,8-9)

Auch dieses Zitat wird von den Kalvinisten herangezogen, um unter Missachtung höher erwähnter Bibelstellen erneut zu behaupten, dass die Errettung ohne jeglichen Beitrag des Menschen vollbracht werde. Gemeint ist jedoch, wie aus dem Zusammenhang des ganzen 2-ten Kapitels des Epheserbriefes ersichtlich, dass der Mensch durch die Werke des vergangenen Lebens, mögen sie noch so edel sein in seinen Augen, und ohne wahren Glauben nicht errettet werden kann. Denn Gott hat in Christus die Gerechtigkeit dargebracht, durch die der Mensch errettet werden soll, weil Gott bestimmt, was Gerechtigkeit ist, und nicht der Mensch. Darum ist das Vorweisen "guter Werke" aus dem alten Leben vergeblich vor Gott. Doch das Gesagte bezieht sich keineswegs auf die Werke des Gehorsams im neuen Leben eines Gläubigen - ein solcher soll und ist aufgerufen nach den Geboten zu wandeln, um in der Errettung zu bleiben. So lehrt auch der Ap. Paulus:

"So sind wir nun, liebe Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. 13. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben" (Röm.8,12-13)  

Diese Verse belegen einmal mehr, dass der Sieg über die Sünde auch unseren Beitrag dazu voraussetzt. Wir sind aufgerufen das Reden des Heiligen Geistes zu beherzigen und umzusetzen. Entsprechend sagt Paulus hier: "...Brüder...", weil er Wiedergeborene, sprich wahrhaft Gläubige, und nicht Nichtwiedergeborene anspricht, wie es die Kalvinisten manchmal behaupten. Denn der Heilige Geist ist keine Zugmaschine willenloser Gefäße, sondern ein Beistand und eine Lehrkraft, auf das wir alles befolgen und von Ihm erfüllt werden.

(Mehr dazu im Thema "Irrtum - kein eigenes Ringen für die Errettung")
 

Zu Punkt 5. Bewahrung der Heiligen - so dass sie nicht mehr abfallen können.

Im Zuge der Verneinung des freien Willens beim Gläubigen, sowie dessen Mitwirkens in der eigenen Errettung, kommt der Kalvinist zwangsläufig auch zur Verneinung der Möglichkeit eines Heilsverlustes. Es wird lediglich die Notwendigkeit des Beitrages zur Heiligung, sprich zum Wandel in der Wahrheit, beim Gläubigen anerkannt, allerdings ohne Folgen für das Heil, denn dieses sei ihm garantiert. Das wird, allgemein verbreitet, "Heilsgewissheit" genannt. Doch, lehrt so etwas die Heilige Schrift?

Zu Beginn muss gesagt werden, dass Gott dem Gläubigen tatsächlich eine Gewissheit seiner Errettung schenkt. Der dem Gläubigen innewohnende Heilige Geist bewahrt ihn im Stande der Errettung durch das Führen, Lehren und Trösten. Demzufolge wird seine Beziehung zu Gott nicht sofort durch die kleinsten Vergehen zerstört:

"Meine Kindlein, solches schreibe ich euch, auf daß ihr nicht sündiget. Und ob jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christum, der gerecht ist" (1.Jo.2,1)  

Über die Bewahrung des Gläubigen zum Heil ist auch gesagt:

"Euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit" (1.Pet.1,5)

"Es hat euch noch keine denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr's könnet ertragen" (1.Kor.10,13)

Wenn jedoch auch im Glauben, wie höher betrachtet, der freie Wille des Menschen erhalten bleibt und der Beitrag des Bekehrten zu seinem Heil im Glaubensgehorsam besteht, so kann sein Ungehorsam die Beziehung zu Gott zerstören. Denn der Gläubige wird errettet, um mit den Worten Jesu zu sprechen, indem er bis ans Ende beharrt (Mt.24,13). Das bedeutet, wer mutwillig dem Willen Gottes widerstrebt und den Glauben vernachlässigt, der macht letztendlich eine Erneuerung der Vergebung, und somit auch seine Bewahrung zum Heil, unmöglich:

"Denn so wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir fürder kein anderes Opfer mehr für die Sünden, 27. sondern ein schreckliches Warten des Gerichts und des Feuereifers, der die Widersacher verzehren wird. 28. Wenn jemand das Gesetz Mose's bricht, der muß sterben ohne Barmherzigkeit durch zwei oder drei Zeugen. 29. Wie viel, meint ihr, ärgere Strafe wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Testaments unrein achtet, durch welches er geheiligt ist, und den Geist der Gnade schmäht?" (Hebr.10,26-29)

Entgegen der Behauptung der Kalvinisten, diese Warnung vor Heilsverlust gelte nur den Namenschristen, betrifft sie gerade die Kinder Gottes, die durch Glauben das Heil erlangt haben. Denn sie haben die "Erkenntnis der Wahrheit empfangen" und sind "durch das Blut Christi geheiligt worden". Das bezeugen auch folgende Worte:

"Denn es ist unmöglich, die, so einmal erleuchtet sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und teilhaftig geworden sind des heiligen Geistes 5. und geschmeckt haben das gütige Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt, 6. wo sie abfallen, wiederum zu erneuern zur Buße, als die sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und für Spott halten" (Hebr.6,4-6) 

 An dieser Stelle verdreht die kalvinistische Gegenseite wiederum den Sinn, als wäre im Zitat von solchen die Rede, die noch gar nicht wiedergeboren sind. Solche Verdrehungen haben ganz gewiss die Rechtfertigung der Irrlehre des unverlierbaren Heils zum Ziel. Denn "teilhaftig werden des heiligen Geistes" kann nur die  Neugeburt bedeuten. Von welcher Teilhaftigkeit des heiligen Geistes soll hier die Heilige Schrift noch sprechen? Wo wird im NT irgendeine andere Teilhaftigkeit des heiligen Geistes, die den Menschen noch nicht rettet, erwähnt? Im Folgenden weitere Bibelstellen, die den Gläubigen klar vor dem Abfallen warnen:

„So sieh nun die Güte und die Strenge Gottes; die Strenge gegen die, welche gefallen sind; die Güte aber gegen dich, sofern du bei der Güte bleibst; sonst wirst auch du abgehauen werden" (Röm. 11,22)  

"Und also wird über deiner Erkenntnis der schwache Bruder umkommen, um des willen doch Christus gestorben ist" (1.Kor.8,11)

„Wenn jemand nicht in Mir bleibt, so wird er weggeworfen wie die Rebe und verdorrt; und solche sammelt man und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen" (Joh.15,6)

Einige entstellen den Sinn dieser Worte, als sei hier nur ein vorübergehendes Feuer, sprich eine vorübergehende Strafe, gemeint. Jedoch drückt das Bild vom „Wegwerfen und Verbrennen der Reben" keineswegs etwas Vorübergehendes, sondern etwas Endgültiges aus. Wenn Christus aber vom endgültigen Verbrennen spricht, so auch von der ewigen Verdammnis. Die Bewahrung unseres Heils durch Gott ist also nicht dermaßen dehnbar, dass es jede Sünde und Ungehorsam im Glauben zudeckt - es ist kein Versicherungsvertrag mit einer Absicherung für alle Fälle. Die Kalvinisten wenden an dieser Stelle oft ein: "Dann wäre das, was Gott in uns bewirkt, unvollkommen, denn es kann zerstört werden. Gott bewirkt aber das Vollkommene":

"... Der, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi" (Phil.1,6) 

Hier wird wiederum eine verdrehte Auffassung über das Handeln Gottes offenbar. Ja, was Gott bewirkt ist unzerstörbar - Er wird alle seine Kinder sammeln und sich in ihnen verherrlichen. Und wenn in einem von ihnen sein Werk aufgrund des Abfalles zunichte gemacht wird, so kommt es im nächsten zustande. Denn Gott setzt sich auch über den freien Willen der Auserwählten aus seiner Schöpfung nicht hinweg, weil er alle und alles offenbar werden lassen will - den Unheiligen, als auch den Heiligen. Gott hat kein Bedarf an Automaten-Jüngern, er sucht nach freiwilliger Hingabe und bewusster Liebe seiner Schöpfung! Nur so kann seine Herrlichkeit vor allen seinen Geschöpfen erstrahlen! Darum meint auch das höher angeführte Zitat im Zusammenhang mit anderen Bibelstellen wiederum kein einseitiges Handeln Gottes, sondern sein Zusammenwirken mit dem Menschen in dessen Errettung. Demzufolge ist auch die Behauptung, als würde die Heiligung des Gläubigen - sein Gehorsam im Glauben - keinen Einfluss haben auf sein Heil, eine Lüge und Verführung. Denn es ist gesagt:

"Was ihr nun gehört habt von Anfang, das bleibe bei euch. So bei euch bleibt, was ihr von Anfang gehört habt, so werdet ihr auch bei dem Sohn und dem Vater bleiben" (1.Jo.2,24)  

So belastet der Ungehorsam des Gläubigen sein Gewissen und zerstört seinen Glauben:

"und habest den Glauben und gutes Gewissen, welches etliche von sich gestoßen und am Glauben Schiffbruch erlitten haben" (1.Tim.1,19)

Im Weiteren setzen kalvinistisch Geprägte dem höher Erläuterten auch folgende Schriftstellen entgegen und behaupten, in ihnen sei die Unverlierbarkeit des Heils vollkommen belegt:

"und ich gebe ihnen (den Gläubigen) das ewige Leben; und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen" (1.Jo.10,28)

Ebenso:

 "Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, 39. weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm HERRN" (Röm.8,38-39)

Diejenigen, die sich auf diese Verse berufen, lassen dabei völlig außer Acht, dass hier "äußere Kräfte" gemeint sind, die uns nicht zu trennen vermögen von dem Herrn. Der Gläubige selbst kann jedoch denn Herrn verlassen, wenn er nicht in seinem Geist bleibt. Als Antwort bekommt man oft zu hören: "Der wiedergeborene kann so etwas gar nicht wollen". Der Irrtum einer solchen Antwort besteht nicht nur in der Verneinung des freien Willens des Menschen, sondern auch im Unverständnis des menschlichen Wesens an sich. So konnten heute derartige kalvinistische Lehransätze nur aufgrund der Abwesenheit offener Verfolgung im postchristlichen Westeuropa, woher sie auch stammen, weite Verbreitung finden. Denn unter diesen schonenden Bedingungen ohne offene Verfolgung bleibt die Tiefe des gefallenen und verräterischen menschlichen Wesens für viele verschleiert, und wird darum unterschätzt. Jedoch gibt es auch heute wie in allen anderen Jahrhunderten Verfolgung und Prüfung. Sie ist zwar unscheinbar, aber umso tückischer - die gläubig werdenden entsprechen immer weniger dem Muster des NT, erstaunlicherweise sind sie sich jedoch ihrer Errettung umso sicherer. Solltest du dennoch auf die Idee kommen, sie zu ermahnen, so wirst du recht schnell in Kenntnis gesetzt, dass "du eine andere Gemeinde suchen solltest". Wenn also der Feind Gottes zu jedem Zeitalter im Stande war viele in der Mitte der Gemeinde durch die verschiedensten Verführungen zu blenden, wie können wir heute nur so selbstsicher sein? Kennt Gott das Wesen des Menschen nicht besser als wir, wenn Er den Bekehrten vor dem Abfallen warnt, wie höher betrachtet?

Über dies hinaus stellt sich folgende Frage: An wen sind diese Warnungen gerichtet, wenn nicht an solche, die bereits wiedergeboren sind und die Gabe des neuen Lebens schon haben?! Wie kann man sie auf die Namenschristen beziehen, wie es in der kalvinistischen Theologie getan wird, wenn diese noch nicht versöhnt sind mit Gott und die Gabe des ewigen Lebens nicht haben und somit außerhalb der Errettung stehen? Wovon sollen sie denn abfallen?! Solche kann man nur zur Errettung aufrufen! Wenn wir aber schon errettet sind, so bleiben wir im Heil, um mit den Worten der Schrift zu sprechen: "so wir anders das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung bis ans Ende fest behalten" (Hebr.3,6)        

(Mehr dazu im Thema "Unverlierbares Heil")